Worum es geht
Resonanzwut und Chakrawut
Die wahre Aufgabe der Wut ist die Verteidigung deiner Grenzen: Sie kommt nur in dein Leben, wenn du dich bedroht fühlst. Sie gibt dir die Kraft, dich gegenüber jemandem zu verteidigen, der größer, stärker und mächtiger ist als du.
Gleichzeitig kann die problematische Wut nicht verschwiegen werden. Wenn ihre dunkle Seite in dir die Oberhand gewinnt, verwandelst du dich in einen Menschen, der Freude am Leid anderer empfindet, dessen Fähigkeit zu Mitgefühl versiegt und der nur noch für seine Wut lebt. Um diese Dualität zu verstehen, müssen wir uns die zwei Arten der Wut ansehen.
Innerhalb meiner energetischen Wahrnehmung gibt es zwei Formen der Wut. Die erste Wut kommt nur in dein Leben, wenn ein auslösender Umstand sie anzieht. Das ist vor allem bei einer Grenzverletzung der Fall. Diese Form der Wut verschwindet jedoch, sobald das auslösende Problem gelöst ist. Das ist die Resonanzwut.
Stell dir vor, jemand schneidet dich im frühmorgendlichen Arbeitsverkehr. Du zeigst dem anderen Autofahrer deine Wut. Dieser entschuldigt sich, indem er die Warnblinkanlage einschaltet. Außerdem fährt er nun vorsichtiger. Du hast deine Grenzen geschützt. Die Wut löst sich auf.
Neben der Resonanzwut gibt es aber auch die Chakrawut. Diese Wut trägst du tagein und tagaus mit dir herum – unabhängig von äußeren und inneren Umständen. Bei einer Chakrawut wirst du auch wütend, wenn dich jemand schneidet. Doch die Wut löst sich nicht auf, wenn der Autofahrer sich entschuldigt. Du bleibst wütend.
Eine Resonanzwut ist ein gelegentlicher Besucher, der dir hilft, bestimmte Probleme zu lösen – deine Chakrawut ist hingegen das eigentliche Problem in deinem Leben.
Wenn es um die Auflösung geht, verlangt deine Resonanzwut von dir, dass du dich mit dem Objekt deiner Wut beschäftigst. Bei deiner Chakrawut musst du dich hingegen mit der Wutenergie selbst beschäftigen.